Biefangs Kate - Rheindorf Mehrum

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Biefangs Kate

Sie befand sich im Besitz des Klosters Hamborn. Als Pächter derselben werden angegeben:
1428 Heinrich op der Orden.
1441 Metta Wennen.
1471 Johann Wennen.
1550 Hermann op der Orden.
1625 Johann Biefang, dessen Frau in ihrer Krankheit mit 1 Taler 15 Stübern aus der kirchlichen Armenkasse unterstützt wurde. Die Kirche zahlte auch die Kosten für ihren Sarg in Höhe von 2 Talern 15 Stübern.
1660 wird die Kate an Heinrich in gen Biefang verpachtet.
1727 stirbt Gerrit Biefang, Ehemann, im Alter von 36 Jahren.
1728 zahlen die Eheleute Jan Ruth in gen Biefang und Marie Bongert laut Pachtvertrag jährlich 4 Taler. Sie haben die Pachtung auf Lebenszeit.
1769 wird Biefangs Kate an die Eheleute Heinrich Rönsken und Jenneken, geborene Ettwig, verpachtet. Sie müssen als Vorgewinn 8 Taler geben und als jährlichen Pachtzins 4 Taler.
1780, 4. Oktober. Die Abtei Hamborn überläßt ihre in Mehrum gelegene Biefangs Kate den Eheleuten Jakob Leitkamp und Eisken, geborene Biefang, Tochter des verstorbenen Hermann Biefang und seiner Frau Gertrud. Die Pächter sollen das Haus in Dach und Fach, Land und Garten in ihren Grenzen und in ihrer Frechtung erhalten. Das Vorgewinnsgeld wird ihnen aus purem Mitleid erlassen. Das Pachtgeld beträgt wie sonst 4 Taler. *1)
Am 11. Juni 1785 erklären die Eheleute Jakob Leitkamp, daß ihr in Militärdienst stehender Sohn Wilhelm nicht eher einen Urlaubspaß bekommen könne, bis er seinem Hauptmann v. Donop ein Kautionsdokument einhändige. Weil sie keine Immobilien besäßen, so wollten sie hiermit für den Fall, daß ihr Sohn austreten und desertieren sollte, ihr gesamtes Vermögen zum gerichtlichen Unterpfand setzen, nämlich eine Kuh und sämtliche Mobilien. 2*)
Jakob Leitkamp und Eisken Biefang hatten sich 1760 trauen lassen. Bevor sie die Biefangs Kate übernahmen, wohnten sie in dem Hause des Derk Rühl.
1809 stirbt der Pächter Röttger Biefang, 1753 geboren als Sohn von Hermann und Gertrud Biefang. 1798 heiratet er als Witwer der Maria Bungers die Jungfrau Mechtild Rönsken, geboren 1768. Und diese geht 1810 eine zweite Ehe ein mit Dietrich Spinnekes aus Hünxe. Durch die Aufhebung der Abtei Hamborn ging Biefangs Kate in den Besitz des Staates über. Von etwa 1820 an vergab der viele der ihm durch die Säkularisation der geistlichen Orden zugefallenen Güter in Erbpacht.
Das sollte auch mit Biefangs Kate geschehen. Der Domänenverwalter Althoff in Dinslaken wird aufgefordert, über deren Pächter zu berichten, worauf dieser unter dem 14. April meldet: Der Gewinnsträger Spinnekes-Biefang ist äußerst arm, ein unvermögender Tagelöhner. Das Katenhaus ist sein Eigentum. Er zahlt 4 Taler Pacht.
Am 7. November 1821 schließt die Regierung Düsseldorf einen neuen Pachtvertrag mit dem bisherigen Pächter ab. Er erhält die Kate auf Lebenszeit. Nach seinem Tode hat die Regierung wieder das freie Verfügungsrecht über die Kate. Pächter soll hinfort alle Lasten und Abgaben, die darauf ruhen, selbst tragen, die Gebäude erhalten, notfalls neu setzen und gegen Brand versichern, Land und Garten in ihren Grenzen erhalten, als Vorgewinn 7 Taler 16 Groschen und als Pacht jährlich 4 Taler zahlen, außerdem 4 Taler 14 Groschen für die Ausfertigung des Pachtvertrages.
Dietrich Spinnekes-Biefang stirbt 1825, seine Frau 1830. Ihr Sohn Heinrich Biefang erklärt unter dem 27. August 1832, daß er bereit ist, alle Lasten und den jährlichen Kanon abzulösen. In drei Raten zahlt er die Ablösungssumme in Höhe von insgesamt 27 Talern 22 Silbergroschen 6 Pfennig ab und wird damit Eigentümer der Biefangs Kate, zu welcher die nachstehend aufgeführten Grundstücke gehören.

Karte 1825, Flur I Nr.
20 im Tiergarten     = 98 Ruten 48 Fuß
35 achter Kämpen   = 59 Ruten 40 Fuß
51 ...                      = 93 Ruten 80 Fuß
52 Kate und Garten = 78 Ruten 15 Fuß
56 Haus und Hof      = 36 Ruten 26 Fuß
114 am Hagedorn     = 105 Ruten 25 Fuß
____________________________________
                            2 Morgen 106 Ruten. *3)

Ein Arnold Biefang, 1813 verheiratet mit Helene Bosserhoff, besitzt 1836 die nachstehend genannten Grundstücke.
Flur II Nr.
117 = 10 Ruten, Hausplatz
118 = 15 Ruten, Garten
einen Acker von 125 Ruten auf dem Flierenmorgen
einen Acker von 102 Ruten am Rhein
einen Acker von 1 Morgen 108 Ruten am Kirchweg.
Letzteres Grundstück hat er am 6. Dezember 1836 von Justizkommissar Ludwig Tendering in Wesel für 103 Taler angekauft.

Biefangs Kate (Familie Hülser)

Die Schluj

Arnold Biefang wurde 1792 als Sohn der Eheleute Rütger Rütgers genannt Biefang und Grietgen Wolters geboren. Seine Kate ist eine Neugründung aus der Zeit zwischen 1783 und 1824. Sie liegt am südlichen Eingang des Dorfes als erstes Haus, Schluj genannt, an der Ostseite des Kirchweges.

1) HSTAD, Regierung Düsseldorf, Akten Nr. 4769.
2) Ebd., Klevische Gerichte, Landgericht Dinslaken, Nr. A 29.
3) Ebd., Regierung Düsseldorf, Akten Nr. 4769.

Die Schluj
 
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