Woher stammt der Name Mehrum? - Rheindorf Mehrum

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Mehrum

Woher stammt der Name Mehrum?

Siedlungen mit der Endsilbe "heim" sind fränkischen Ursprungs. Aus dem ersten Herdfeuer (altnordisch = hem) wurde ein Heim, ein Haus, ein Hof. Dieses Heim lag an einem "Meer", einer besonders breiten Stelle des Rheinarmes. Aus dieser geographischen Lage heraus wurde aus dem „Heim am Meer - Mehrheim -Mehrhem" und später "Mehrum".
Ein Begräbnisplatz von Germanen aus der römischen Kaiserzeit läßt die Vermutung aufkommen, daß Mehrum auf dem Westufer des Rheins unter römischer Herrschaft gelegen haben könnte. Allerdings ist es auch möglich, daß germanische Legionäre aus dem Römerlager von Xanten (Castro Vetera, Ulpia Traiana) hier begraben worden sind.
Ein interessanter Bodenfund, der im Jahre 1888 auf dem Hof des Bauern Heinrich Möltgen gemacht wurde, ist fast 2000 Jahre alt. Es handelt sich wahrscheinlich um das Grab eines römischen Centurio, eines Hauptmanns also, der einem Wachtposten angehörte. Der Fund besteht aus vier kupfernen Gefäßen, einer Schwertklinge, einem Dolch, einer Lanzenspitze und Scherben von Terrakottaschalen. Er bildet heute eine Zierde des Rheinischen Landesmuseums in Bonn.
Die erste urkundliche Erwähnung von Mehrum erfolgte im Jahre 1003. Durch eine Originalurkunde vom 19. Mai (Hauptstaatsarchiv Düsseldorf) ist belegt, daß der Erzbischof Heribert von Köln von einem Ministerialen der Kölner Kirche St. Peter. namens Wezelinus und seiner Frau Mainburga deren Güter in "Merhem, Stockem und Goterswic" erwarb.
Der Erzbischof übertrug seine Liegenschaften auf die von ihm gegründete Abtei Deutz und richtete in Mehrum ein Lathengericht ein, an das die Inhaber der elf zerstreut liegenden Lathengüter den Zins zu zahlen hatten. Erst nach 1800 ist dieses Lathengericht aufgehoben worden.

Über das Dorf Mehrum legte Heimatforscher Walter Neuse 1953 eine ausführliche Arbeit vor. Dieses Schriftwerk mit Darstellung des adeligen Hauses Mehrum, der Schule, Gilde und Beschreibung einzelner Höfe wurde von Jakob Hülser überarbeitet und war in Buchform erschienen. Herausgeber war der Bürgerschützenverein Mehrum. Man findet es wohl noch bei den hiesigen Heimatvereinen und diversen Universitätsbibliotheken.
Quelle: BSV Mehrum - Heinz Ettwig
 
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