Dorflied - Rheindorf Mehrum

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Mehrum

Dorflied

Von dem Lärm der Welt geschieden
liegt am flachen Rheinesstrand
eines Dörfleins süßer Frieden,
noch in keinem Lied genannt.

Dichter steigen gern zu Berge,
rebumkranzt und waldbedeckt,
wo das muntere Volk der Zwerge
ihre Musenauer weckt.

Doch auch ohne Dichterweisen,
ohne stolze Bergeshöhn
hat das Dörflein klein am Rheine
seine Reize wunderschön.

In des Obsthains grüner Fülle
liegt es märchenhaft versteckt,
wo kein Kirchturm seine Spitze
hoch und kühn zum Himmel reckt.

Weite, wechselreiche Fluren
führen grüßend zu ihm hin,
wo aus karg bedachtem Boden
Fleiß und Mühe Segen ziehen.

Dort nur sieht ein rotes Dächlein,
eine weiße Wand uns nah'n,
sehnsuchtsvoll der Stunde harrend,
uns gastfreundlich zu empfangen.

Jene stolze Lindenreihe
deckt ein Schloß von Grün umrankt.
dem das Dörflein das Entstehen
und sein frohes Glück verdankt.

Und des Dörfchens kleines Völkchen
ist der Sonne Liebe wert.
anspruchslos hat es zum Glücke
niemals allzuviel begehrt.

Frisches Blut, ein freundlich Stübchen,
seinen Garten und sein Feld
tausche es, bei Gott, nicht gegen
alle Schätze dieser Welt.

Frau von Plettenberg, die "Edle",
teilt ein echt Luisenherz
für den letzten Dorfbewohner
jede Freude, jeden Schmerz.

Gerne gibt sie, wo sie geben,
hilft, wem sie nur helfen kann,
mit getreuer Kindesliebe
dankt ihr gerne jedermann.

Drum, ihr werten Schützenbrüder,
stimmet alle jubelnd ein:
"Mehrum", heißt das kleine Dörflein,
und es ist das Dörflein mein.

(gedichtet von dem Mehrumer Lehrer Emil Clauberg vor ca. 100 Jahren)
 
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